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Naxos ist diejenige Kykladeninsel, die Homer in seinen Werken "Dia" nennt und damit an den grössten aller olympischen Götter, an Zeus, erinnert. Naxos hiess in alten Zeiten auch "Klein-Sizilien", "Strongyle", "Tragia", "Dionysiada", "Kallipoli" und "Lipara". Den heutigen Namen erhielt die Insel von dem Anführer der Karer, Naxos. Die Karer gelten zusammen mit den Türken und Pelasgern als erste Siedler von Naxos. Ungefähr um 3.200 v. Chr. war Naxos von einem kleinwüchsigen Volk, dem Typus des Mittelmeermenschen, bewohnt. Von 3.200-2.800 entstanden Siedlungen im Gebiet von Lakkoudes, nicht befestigt und nahe am Meer gelegen. Die Häuser zogen sich weit zerstreut einen Hügel hinauf. Tongefässe aus kykladischer, mykenischer und geometrischer Epoche fand man in diesem Gebiet. Um 2.500 v.Chr. verlagerte man die Siedlungen aus Sicherheitsgründen ins Landesinnere. Die damaligen Bewohner waren wagemütige Seefahrer, die die umliegenden Meere beherrschten und von der Piraterie lebten. Besonders um 2.500 erhöhte sich die Bedeutung von Naxos als Handelsplatz, da es im Schnittpunkt vieler Seestrassen lag. Von 2.500-1.900 erlebte Naxos eine Blütezeit mit wirtschaftlichem Wohlstand. Um 1.400 v.Chr. kamen die Achäer auf die Insel und mit ihnen die mykenische Kultur, wie zahlreiche Keramikfunde jener Zeit bewiesen. Nach dem Niedergang Mykenes um 1.250 kam es zu Unruhen in der dortigen Bevölkerung und zu Auswanderungswellen. Auch auf Naxos siedelte sich eine Gruppe an (1.200-1.150) und versuchte, an mykenische Handelstraditionen anzuknüpfen. Beziehungen zu Ägypten und zu Zypern wurden aufgenommen, Luxusgüter eingeführt und Keramikwaren dorthin verkauft. Aus dieser Zeit stammt ein Grabmal, das man im Gebiet von Aplomata entdeckt hat. Die mykenische Zivilisation ging 1.050 endgültig zuende und damit auch die ausgedehnten Handelsbeziehungen, die Naxos aufgebaut hatte. Mythologischen Quellen folgend siedelten sich ab 1.000 v.Chr. Ionier aus Attika unter ihrem Anführer Neleas, Sohn des Athener Koenigs Kodros, auf Naxos an. Angeblich hat die stürmische See die Athener an die naxischen Küsten geworfen. Andere Quellen sprechen von ionischen Siedlungen unter Teleklos und Archetimos. Aus geometrischer Epoche blieb auf Naxos im Gebiet von Tsikalario ein Gebäude erhalten, das später in einen von Säulen umgebenen Peripteral-Tempel umgewandelt worden war. Naxos entwickelte sich zu einem Zentrum für Kunsthandwerk, es war berühmt wegen seiner hochwertigen Tongefässe und seiner Münzen. Um 600 v.Chr. erreichte ihr Wohlstand einen Höhepunkt, wie zahlreiche prachtvolle Weihgeschenke für die Heilige Insel Delos und fur die Athener Akropolis beweisen. Naxos wetteiferte als Handels- und Schifffahrtsnation mit Paros und Milet in Kleinasien. Die Insel besass eine starke Flotte und hatte innerhalb der Gruppe der Kykladeninseln eine Führungsposition inne. Lt. Herodot konnte Naxos ein Heer mit 8000 aufstellen. In den folgenden Jahren entstand auf Naxos der Dionysos-Kult. Es gab in der Nähe der antiken Stadt im Nordwesten eine kleine Insel "Palati" mit einem Dionysos-Tempel. Er stammte aus den Jahren 550-525 v.Chr. und wurde etwa tausend Jahre später in eine christliche Kirche umgewandelt. Ausserdem gab es auf Naxos die Stadt Tragia, wo man den Tragios Apollon verehrte. Weitere Kulte galten dem Delios Apollon auf dem Berg Zia, und der Ariadne, Tochter des minoischen Koenigs, die von Theseus auf der Insel zurückgelassen wurde, der Aphrodite und der Nymphe Koronida, die angeblich den Gott Dionysos aufgezogen hat. Dem Mythos nach lebte der Gott Dionysos auf Naxos und brachte den Bewohnern den Anbau von Wein bei. Er traf dort auf die von Theseus verlassene Ariadne, nahm sie mit nach Limnos und zeugte mit ihr zwei Kinder. Ein anderer Mythos erzählt, dass auch Zeus auf Naxos aufgewachsen ist, stets den Olymp, den Götterberg, vor seinem geistigen Auge. Im Rahmen des Dionysos-Kultes entstanden zwei weitere Tempel, einer um 550 in Ygria, ein anderer in ionischem Stil 530-520 in Sangri. Im Jahre 536 brach auf Naxos ein Buergerkrieg zwischen den oberen und unteren sozialen Schichten aus, zwischen den Oligarchen und den Demokraten. Das demokratische Athen griff ein und stürzte die Herrschaft der Landbesitzer. Lygdames übernahm die Macht, wurde aber 525 von den Oligarchen schon wieder gestürzt. Schliesslich nach weiteren Auseinandersetzungen gelangten die Demokraten wieder an die Macht, und die Aristokraten flohen nach Milet in Kleinasien. Naxos gewann an Stärke und beherrschte auch die umliegenden Kykladeninseln. Im Jahre 499 v.Chr. erschienen wieder vor Naxos die Aristokraten, die nach Milet geflohen waren, zusammen mit Aristagoras von Milet und auch mit persischer Unterstützung und belagerten die Insel vier Monate lang, jedoch erfolglos. 490 fällt Naxos aber doch in die Hände der Perser. Sie brannten die Stadt und ihre Heiligtümer nieder und verkauften die Einwohner als Sklaven. Nach einem vergeblichen Versuch des Athener Heerführers Miltiades, Naxos 489 zurückzuerobern, verblieb die Insel bis 479 in persischen Händen. An der Schlacht von Salamis 480 v.Chr. nahmen die Naxier mit eigenen Schiffen teil, ebenfalls an der Schlacht von Plataea 479 v.Chr. Wir nähern uns dem klassischen griechischen Zeitalter, und auf Naxos begann die Bildhauerei, sich zu grosser künstlerischer Blüte zu entwickeln. Es gab zwei Marmorsteinbrüche auf Naxos im Gebiet von Melanes, wo bis heute zwei Kouroi zu sehen sind. Der berühmte Kopf von Kopenhagen (580v.Chr.) stammt ebenfalls aus naxiotischer Werkstatt. Im Jahre 376 nahm Naxos an der Seite Spartas an Angriffen gegen Athen teil, danach wurde es selbst von dem Athener Heerführer Havrias mit 83 Schiffen angegriffen. Bis 364 herrschte Athen, danach für kurze Zeit 364-363 Theben, danach wiederum Athen unter Havrias über die Insel. Die Athener schränkten die Autonomie von Naxos ein, d.h. sie nahmen ihr Privilegien, darunter das Recht auf eine Rechtsprechung. Nach den Römern übernahmen die Byzantiner die Herrschaft über Naxos. Sie bauten ihre Stadt im Süden der Insel auf den Überresten der antiken Stadt. Sehr bald in byzantinischen Jahren entwickelte sich das Christentum. Während der Frankenherrschaft litt Naxos fortgesetzt an Piratenangriffen, an denen sich mehr und mehr auch die Turken beteiligten. Es entstand ein Frauenüberschuss auf der Insel, im Jahre 1400 gab es doppelt so viele Frauen wie Männer. 1431 und 1432 plünderten die Genueser die Insel, 1477 waren es die Türken. Trotzdem entwickelte sich der Handel prächtig, der schrittweise von den aristokratischen Familien in die Hände reicher Buerger überging. Ab 1566 verwaltete ein türkischer Voivodas die Insel, unterstützt von einem ausgewählten christlichen Ältestenrat. Sie waren für die Steuerabgabe an den Sultan verantwortlich (to charatzi). Während der Türkenherrschaft gab es drei Gruppen auf Naxos, die Lateiner, die Handwerker und die Landarbeiter bzw. Bauern (von 1669-1821). Während der griechischen Revolution hielt Naxos sich zunächst zurück, beeinflusst von der lateinischen Tradition in vortürkischen Zeiten. 1824 wurden die Anführer dieser Gegenbewegung von der Insel vertrieben, und viele Naxier nahmen doch noch am Freiheitskampf in Attika und Kreta teil. 1831 stand Naxos an der Seite der Kriegsgegner und des Griechen Kapodistrias. 1925 verbannte der Diktator Pangalos unliebsame Gegner nach Naxos, das gleiche tat der Diktator Metaxas 1936. Im Mai 1941 besetzten die Italiener die Insel, im Oktober 1944 wurde Naxos befreit.
Museen auf Naxos. Es gibt mehrere Museen auf Naxos. Das Archäologische Museum von Naxos ist das interessanteste Museum und befindet sich im Hauptort Naxos Chora, im Kastro.
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